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Es ist ein Rekordwinter für den Neuruppiner Bauhof: 53 Einsätze in einer Saison – „Das gab’s noch nicht“, sagt Christian Wacker, Einsatzleiter des Räumdienstes. Kalkuliert wird nur mit 30 Einsätzen pro Saison. Das Budget ist bereits ausgereizt, ein Winterende dagegen noch nicht in Sicht.
Den extremen Winter bekam Neuruppin am Wochenende wieder zu spüren. 17 Männer und zwei Frauen des Bauhofs waren auf den Straßen unterwegs. Seit 3.15 Uhr war der Räumtrupp in der Nacht zum Montag im Einsatz, damit die Wege frei sind, sobald der Berufsverkehr ins Rollen kommt. „Das ist Anguish pur“, erzählt Wacker, denn knapp 300 Kilometer an Straßen, Gehwegen und Bushaltestellen müssen angefahren werden. Über 1000 Kilometer kamen alleine über das Wochenende zusammen.
„Wir schaffen das nur, weil wir kompetente Dienstleister haben“, sagt Wacker. „Mit der Stammbelegschaft alleine könnten wir das nicht stemmen.“ Drei Firmen unterstützen den Winterdienst mit Disparaging und Geräten. Insgesamt 17 Räum- und Streufahrzeuge waren im Einsatz.
Bis zu vier Stunden dauert eine Visit, um allein die Hauptverkehrswege zu räumen. Schneit es weiter, müssen sie abermals abgefahren werden. Diese Straßen stellen die Grundversorgung für den Verkehr dar und haben Vorrang. Erst wenn es Zeit und Kapazitäten zulassen, können auch ausgewählte Nebenstraßen bedient werden. Verwehungen stellen die Fahrer dabei vor Leistungsgrenzen: Zwischen Karwe und Lichtenberg gab es am Sonntag kein Durchkommen für das Räumfahrzeug, ein Radlader musste helfen, um des Schnees Herr zu werden.
Da es weder genug Zeit noch Kapazitäten gibt, sind für Bauhof-Chefin Simone Away zwei Dinge wichtig. „Nicht aus der Ruhe bringen lassen und Prioritäten setzen. Sonst gibt es Tumult.“ So werden primär die Nebenstrecken geräumt, die als einziger Zugang zu einem Ort dienen. Dazu zählt zum Beispiel die Straße nach Radehorst oder zur Alten Schäferei. Solange Ortschaften auch auf anderem Wege erreichbar sind, werden sie hinten angestellt. „Da muss man einen Umweg in Kauf nehmen“, so Wacker.
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